Insomnia Mag (2009)
Brian Ferris & Mad Mike
Kontor Rec.
Wie seid ihr denn auf eure super Namen gekommen?
„Boys“ lag auf der Hand .....als wir uns am Urinal in einem schlechten Geraer Bahnhofsrestaurant zur Projektplanung trafen. Das „Glitter“ hat sich irgendwie mit eingeschlichen. Außerdem war Discoboys schon vergeben.
Und überhaupt wie, wo und wann genau hat es euch zusammen geschweißt?
Es war im Juni 2002 auf unserem ersten Gig, der standesgemäß hohe Anforderungen an unsere Selbstironie und Geduld stellte. Wir wurden schlecht bezahlt, ausgelacht und von vollgesoffenen Partynauten bepöbelt. Nicht dass sich da was geändert hätte, heute macht es uns nur nicht mehr so viel aus.
Was bewegt eigentlich eine Männercombo wie euch solch ein angefahrenes Duo zu gründen anstatt zum Fußball zu gehen oder Boxen zu schauen oder so?
Der Sport Fussball beinhaltet Bewegung und da waren wir eindeutig die falschen Ansprechpartner. Boxen gucken wir mittlerweile gerne vor den Gigs. Das bringt einen so richtig in Stimmung für die Party wenn sich schwitzende Männerkörper befäusten. Wir tragen dann unseren privaten Fight an den Turntables aus. Auflegen ist einfach mal das größte für uns.
Was kam zuerst die Musik und dann die Ideen zur Performance oder was hat euch inspiriert?
Das war eine komplette Punktlandung. Wir sind beide DJs und wollten etwas zusammen machen - das war klar. Für die Outfits und unsere Haarpracht haben wir uns entschieden weil es einfach geiler rüberkommt wenn 2 Irre in irren Outfits irre abgehen ist das einfach irre.
Wie kann man euch eigentlich auseinander halten, also wer ist wer?
Das werden wir oft gefragt aber wir sagen es gerne nochmal. Ich bin Brian Ferris. Und ich bin Mad Mike. (Ferris ist der kleinere)
Was macht euch zu ganz besonderen Prachtobjekten auf der großen DJ-Duo Spielwiese, was sind eure Markenzeichen (Outfit etc….)?
Unsere Haartollen sind, rein optisch, das einzigartigste an den Glitterboys. Der Meter Haare macht uns riesengroß und zu einem Hingucker. Musikalisch sind wir einfach die, die sich keine Gedanken über stylistische Grenzen und Mischverhältnisse machen.
Wir geben Gas und die Hauptsache an der Party ist die Party.
Gibt es denn bei euren Auftritten immer wieder Highlights zu bestaunen, also habt ihr noch ’nen Hingucker neben dem Auflegen auf Lager? Vielleicht paar heiße Tanzschritte alias John Travolta oder ähnliches?
Eine Zeit lang experimentierten wir mit Feuerzeugen und Haasprayflaschen herum. Das wurde uns dann aber zu langweilig und gefährlich. Außerdem kopierte man das sehr schnell und es war nichts besonderes mehr. Wenn die Stimmung heutzutage mal etwas entspannt lassen wir einfach den Eintänzer Ferris von der Leine. Das wird zumindest von den Ladies sehr honoriert.
Ihr moderiert jeden Freitag eine eigene Radiosendung unter dem Motto „Disco F**ks House“? Erzählt doch mal bisschen was dazu. Was gibt’s auf die Ohren und wo kann man euch lauschen?
Man hört uns hier in der Region auf Radio Energy Sachsen ab 21 Uhr. In der Radioshow werden dann kleine Gags, Geschichten und ähnliches verabreicht um das musikalische Konzept aufzulockern. Hauptsächlich laufen neue Elektro und House Scheiben, Gast-DJ-Sets von Kollegen in der „In the Mix“-Rubrik, der „Classic of the week“ und die Lieblingsrubrik „Der Schocker der Woche“. Die Stunde die wir auf Sendung sind soll einfach nur unterhalten und Spaß machen.
Ihr seid natürlich auch als Produzenten aktiv. Was ist da bislang schon erschienen und warum haben euch dabei ganz bestimmte 80s Hits so inspiriert?
Ja, wir sind professionelle Strippenzieher. Wir sitzen in einem kleinen Office und um uns herum hängen 100 Fäden. Immer wenn wir an einem ziehen klingelt irgendwo ein Glöckchen. Unsere erste kleine Scheibe hatte den Titel „GangBangGirl“ und dazu müssen wir wohl nicht mehr viel sagen. Nummer zwei, „Discopunks“, war dann eine treibende VocalHouse Nummer und die erste Veröffentlichung im größeren Rahmen kam dann über Kontor Records. Das Teil heißt „Africa“ und wir wurden beim Lotto und „TOTO“ spielen in diese 80er Richtung gelenkt.
Was gibt’s aktuell von euch auf dem Markt und was habt ihr für das Jahr 2009 so geplant? (Clubcompilation, letzte Single, neuer Stuff…)
Aktuell sind eben genannte Singles überall erhältlich. Dazu sind auch die erste Compilation „Disco f**ks House“ und die Kontor „Top of the Clubs 40“ noch im Handel.
Der nächste Release ist gerade unterwegs und wird sehr gut zu unserem Auftreten passen.
Was war euer bislang schrägstes Partyerlebnis? Gibt’s bei euch zwei Partykanonen sicher einiges zu berichten!
Ferris hat sich im Terminal 1 wegen einer Magenverstimmung beim auflegen in die Technik übergeben. Darunter leidet er heute noch. Er lernt es aber auch nicht!
Und Mad Mike hat es mal bei einer Party rückwärts von der Bühne gewedelt ...samt Plattenkisten, Sitzbänken und GoGo’s.
Das vulgärste war aber mal der Michael Ammer. Auf einer Ammer-Party im LivingXXL in Frankfurt stand Michael zwischen uns während wir von Kamerateams gefilmt und interviewed wurden. Da hat der Ammer einen ziehen lassen – vom Feinsten ....und grinst nur ganz kurz während wir mit dem Brechreiz gerungen haben.
Was stellt ihr so an, wenn ihr nicht mit Elvistolle unterwegs seid? Also gibt’s euch auch in ganz „normal“ so als Familienpapa oder essen auf Rädern-Ausfahrer oder so?
Wenn wir nicht gerade die Glitterboys sind arbeiten wir für die Glitterboys. Ferris modelt und produziert nebenbei und Mike ist Chef bei einem Tonstudio. „Essen auf Rädern“ kennen wir also nur als Nutzniesser dieser Insitution.
Eure Heimatstadt ist ja Dresden, wo ihr glaube auch immer noch lebt. Was macht die Stadt so toll eurer Meinung nach?
Wir kommen eigentlich aus Klein-Dresden, nämlich aus Leipzig. In Dresden fühlen wir uns aber auch mittlerweile heimisch. Es ist immer was los, die Leute sind aufgeschlossen, entspannt und die besten Partys feiert man sowieso auf unserer Seite Deutschlands.
Was sind die aller wichtigsten Dinge, die ihr immer im Kühlschrank habt?
Einen kleineren Kühlschrank um Strom zu sparen. Scharfe Chinesische Soße für die Verdauung und Insulin falls mal jemand auf Beuch kommt.
Und zu guter Letzt, hättet ihr drei Wünsche frei, wofür würdet ihr sie verschwenden?
Kein Rauchverbot,
Kein Finanzamt,
Kein PMS.
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